Unsere Schwerpunkte
Im gemeinsamen Lernen von älteren und jüngeren Kindern sind zentrale Ideen von Maria Montessori und Johann Heinrich Pestalozzi verwirklicht. Anstelle von Jahrgangsklassen leben und lernen die Kinder von 6 bis 13 Jahren im selben Raum und mit denselben Lehrpersonen wie in einer Grossfamilie oder einer Dorfgemeinschaft. Das Lernen erhält dadurch eine zukunftsgerichtete und vergangenheitsbewusste Perspektive: Der Zweitklässler, der sich die Sechserreihe aneignet, nimmt wahr, wie der Sechstklässler verschiedene Brüche zu Sechzigsteln gleichnamig macht, und erlebt gleichzeitig, wie sich die Erstklässlerin mit dem Zahlbegriff «sechs» beschäftigt. Altersgemischte Gruppen sind kein Garant, aber doch eine Voraussetzung dafür, dass Kinder von Kindern lernen können und jedes Kind seinen Fähigkeiten, seinem Lernstand und seinen Interessen gemäss gefordert und gefördert werden kann. Dabei können sich die Kinder in verschiedenen Rollen erleben und ausprobieren. Als kleine Geschwister, als fürsorgliche Älteste, als Mittlere, die sich an den Kleinen oder Grossen orientieren können.

«Die Älteren helfen den Jüngeren, aber manchmal auch die Kleinen den Grossen»
Stefan, 2. Klasse

 

Individuelles Lernen
Alle Lehrpersonen haben genügend Zeit, jedes Kind einzeln anzusprechen und es individuell in seiner Leistungsfähigkeit zu fördern. Dabei streben wir eine Balance zwischen Führen, Fordern und Selbstbestimmung an. Es kommt hinzu, dass die Einteilung flexibel gehandhabt werden kann: Ein Kind kann beispielsweise im Rechnen mit der nächstoberen Klasse unterrichtet werden, ein anderes im Lesen mit der nächstunteren. Überhaupt gelten die Prinzipien der Vielfalt und der Flexibilität und nicht der Einheitlichkeit! Das individuelle Fördern und Fordern aller Kinder ist uns wichtig!

 

Der Unterricht
Wir arbeiten im Epochenunterricht, das heisst, dass wir uns einem Fach oder einem Thema über mehrere Wochen widmen und uns so vertiefen können. Jedes Kind arbeitet in seinem eigenen Tempo, so kann es in seiner Leistungsfähigkeit individuell gefördert und gefordert werden. Es bekommt die Zeit und die Unterstützung, die es braucht! Die Lehrpersonen gestalten dabei eine Lernumwelt, die selbsttätiges Lernen und Kontrollieren erlaubt, dadurch werden sie frei für Beobachten, Begleiten und Fördern. Vertrauen und Geborgenheit bilden die Voraussetzung für eine gesunde geistige und seelische Entwicklung.
Wir arbeiten mit dem Lehrplan und den Lehrmitteln des Kantons Zürich!

 

Die Unterrichtszeiten
Die Schulhaustüre steht jeden Morgen ab 08.00 Uhr offen, um 08.30 Uhr beginnt für alle Kinder mit einem gemeinsamen Tagesanfang der Unterricht. Nach dem ersten Block findet eine längere Pause statt und dann arbeiten wir bis zum Mittagessen in einem zweiten Block. Nach der Mittagspause dauert der Unterricht dann bis 15.15 Uhr, die Kinder können bis 16.00 Uhr die Hausaufgaben in der Schule erledigen.

 

Schule als Gemeinschaft
Die Gesamtschule Villa Büel ist eine Tagesschule, Leben und Lernen durchdringen darum einander. Die sozialen Kräfte spielen anders, wenn Kinder nicht nur im Unterricht und nicht nur mit Gleichaltrigen zusammen sind. Wir sind zudem eine kleine Schule mit 30 Kindern, in der tagtäglich Demokratie gelernt und gelebt wird. Die Gesamtschule Villa Büel ist ein Ort, an dem Kinder die Erfahrung machen, dass es auf sie ankommt, dass sie gebraucht werden und «zählen». Zudem geben wir unseren Schülerinnen und Schülern die Zuversicht, dass gemeinsame Regeln und Ordnungen hilfreich und notwendig sind. Dazu gehört, dass die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen als Reichtum angesehen wird. Die Werte, zu denen wir erziehen, müssen mehr als Unterrichtsstoff sein: Selbstständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Zuwendung und Mitleid müssen im Alltag im Miteinander gelebt werden.


Beurteilung
An der Gesamtschule Villa Büel gibt es keine Noten. Jedes Kind zeigt jeden Tag seine Leistungsergebnisse in vielfältiger Form, und das zählt. Es gibt jedoch sehr viel Austausch über die Entwicklung des einzelnen Kindes: mit dem Kind selbst, mit den Eltern, mit dem Team. Nach dem ersten Halbjahr eines Schuljahres stellt das Team einen Lernentwicklungsbericht zu allen Unterrichtsbereichen zusammen. Zusammen mit einer Selbstreflexion zu den Bereichen Sozial- und Selbstkompetenz wird dieser Bericht in einem Gespräch zwischen Kind, Eltern und dem Team ausführlich besprochen. Nach Ende des Schuljahres erhalten die Kinder ein Wortzeugnis.

 

«Der eine kann dies, der andere kann das. Es kann jeder etwas anderes, aber jeder kann etwas»
Martina, 4. Klasse


Welche Kinder besuchen die Gesamtschule Villa Büel?
Bei uns werden Kinder mit allen Begabungen und Bedürfnissen unterrichtet; wenn die gesamte Kinder- und Erwachsenengruppe es tragen kann, integrieren wir auch Kinder mit Behinderungen – denn die Gesamtschule Villa Büel nimmt jedes Kind als individuelle Persönlichkeit wahr! Denn wir sind überzeugt: Die wichtigsten Vorgaben für jede Schule sind die ihr anvertrauten Kinder – so wie sie sind, und nicht so, wie wir sie uns wünschen. Die Kinder haben ein Recht darauf, als einzelne, unverwechselbare Individuen mit Würde ernst genommen zu werden, sie haben ein Recht darauf, dass die Schule für sie da ist und nicht umgekehrt.



Anschluss an die 6. Klasse
Beim Übertritt in die Oberstufe suchen wir zusammen mit Kind und Eltern eine adäquate weiterführende Schule. Der Anschluss an die verschiedenen Schulen der Oberstufe ist gewährleistet.

 

Neuaufnahme von Kindern
Die Platzzahl an der Gesamtschule Villa Büel ist beschränkt auf 30, eine frühzeitige Anmeldung ist daher empfehlenswert. Bei Interesse machen sich die Eltern (ohne ihr Kind) mit einem Schulbesuch ein erstes Bild. Diesem Unterrichtsbesuch folgt ein eintägiger Probetag des Kindes in der Schule. Über die Aufnahme entscheidet die Schule nach einem Gespräch zwischen Eltern und Lehrpersonen.